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Alle reden vom Klimawandel. Und ich auch.

Für Greta Thunberg, und alle, die mit ihr wandern.

Du hast sicherlich von ihr gehört:
Die Schwedin Greta Thunberg als Begründerin der “FridaysForFuture-Bewegung” macht gerade Furore und mächtig Druck. Sie setzte sich schulstreikend als erstes vor das schwedische Parlament, macht auf ihr Anliegen aufmerksam und löst so nach und nach eine Massenprotestbewegung für ein Umdenken um Umgang mit dem Klimawandel aus, welche dieser Tage bisher seinesgleichen sucht.

Ich möchte mich so ausdrücken:
Greta, du bist für mich ein Kind, wie es in den Büchern steht und wahrlich aus ihnen enstiegen bist. Du setzt dich hin, nachdem die ganze Welt dir scheinbar glauben machte, du seist vielleicht ein schlechter Mensch, ein krankes Kind – wahrlich nicht zu retten und dann sagst du einfach: “Ich streike! Ich streike dafür, dass die Welt im wahrsten Sinne nicht zur Hölle fährt. Und zwar vor allem: MEINE WELT. Meine eigene Welt. Und diese meinige Welt ist auch EURE WELT! Wir teilen uns diese Welt. Und deswegen schauen wir uns gemeinsam an, wie wir wirklich damit umgehen und mit welchen Ideen wir den Herausforderungen der kommenden Jahre begegnen werden; was uns konfrontiert und wo wirklich die schwerwiegenden Probleme, Fehler und Ursachen sind. Dabei das ist vor allem der Beton in unseren Köpfen!” Ich darf mich da auch nicht ausnehmen: auch in meinem Kopf, da hämmert es manches mal wie Beton, wenn ich mir mein Ego – also mein vorgestelltes Ich (oder Selbst, ganz nach Ihren Vorlieben) und meine tief gespeicherten Emotionen, die damit verbunden sind so anschaue, näher betrachte und befühle. Ja so ist es einfach, wenn man sich zu untersuchen lernt, dabei nach und nach auf Beton oder vielleicht besser gesagt auf Granit stößt und merkt, dass eine gewisse ‘Schuldigkeit’ keine Notwendigkeit, aber für die meisten von uns wohl oder übel dazu gehört.

Ich sage es ganz deutlich:
NEIN, es geht nicht um Schuld bei der Bewältigung der Herausforderungen des Klimwandels.

Und noch einmal ganz deutlich: ES GEHT NICHT UM SCHULD – und es ging noch nie darum. Oder hat Gott etwa Adam und Eva beim legendären Biss in den Apfel in die Freiheit entlassen oder in einen Käfig geworfen?

Es sind in Wahrheit die Illusionen in unseren Köpfen, die sich wie Beton anfühlen. Wenn ich mir die Debatten um den Klimawandel- und schutz, die Abholzungen der Regenwälder weltweit, und die Flüchtlingskrisen und Kriege, die damit nun einmal unmittelbar verbunden sind, über die vielen Jahre so anschaue, dann geht es essentiell immer um eines:

“Du bist zu viel, du verbrauchst zu viel, du ißt zu viel, du atmest zu viel. Du bist nicht erwünscht, gar deine Bedürfnisse sind ‘uns’ nicht genüge.” Oder eher: “Schwirr ab!

Das ist eigentlich alles.

Ich probiere es noch einmal anders zu formulieren: “Du verbrauchst. Du verbrauchst ‘uns’.” Ob es nun eine Kuh, eine Pflanze, ein Auto oder ein Haus ist. Oder vor allem: DU. DU verbrauchst alles und vor allem DEIN NEUGEBORENES. Und DU hast gefälligst dafür zu sorgen, dass Du dich änderst!” So vernehme ich es oft, wenn ich so zwischen den Zeilen lese, manchen Beitrag im Fernsehen sehe oder Kommentare in den sozialen Medien bemerke (Glaub’ mir, es nicht nur am Stammtisch auf Facebook so.)

Was willst du eigentlich ‚Mensch‘?
So erinnert Greta Thunberg uns daran, dass wir vor allem eine Wahl haben. Wir sind aufgefordert uns vor allem erst einmal daran zu erinnern, dass wir Mitgefühl mit uns selbst und mit den vielen anderen haben – mit der ganzen Erde, wie auch sie uns auch immer weiter begleiten, schützen, ernähren und lieben wird. Mit unserem Körper, unserem Geist und unserer Seele.
Und wir sollen uns Fragen (nein, Greta fragt nicht höflich “Hej!”): “Stop mal, was ist denn eigentlich hier los?!” “Was gibt hier wirklich den Ton an; wohin geht die Reise; in welchem Ton spielt die Musik? Und wo kann ich persönlich etwas anfassen, was zu einer Veränderung beiträgt?” Und das fängt erst einmal im Denken an.
Zum Beispiel zu einem “Ja”-Sagen zu dem was ist, und das endet vielleicht in einer neuen Technologie oder Methode, die zu einem Wandel in die gewünschte Richtung beiträgt. Damit meine ich nicht unbedingt einer der vielen neuen Funk-Technologien, die z.T. zurecht sehr umstritten sind; und auch mir zugegebenermaßen recht mulmig wird bei der Vorstellung an jedem dritten Astloch einen Mini-Funkmast mit einer fast röntgengleichen Strahlungsfrequenz montiert zu sehen. Sicherlich: in 50 Jahren werden nur noch wenige davon sprechen, aber bis dahin ist noch eine lange, lange Zeit. Und es wird viel darüber geforscht werden müssen, woher wieder einmal wundersame Nebenwirkungen kommen mögen; dabei ist es doch ganz einfach: die Frequenz. Wie wir uns auch immer diese Kraft des Fortschritts eingeladen haben: es geht vielen einfach viel zu schnell (Dass sich auch ein menschlicher Organismus ganz von selbst eine resonanzarme Umgebung wünscht ist mittlerweile auch in den Ämtern einer Kleinstadt einer Provinz angekommen.)

Es mangelt am Konsens.
Es fehlt an Übereinkunften darüber, was wir wirklich, wirklich brauchen.
Und dadurch wird die Angst, welche den Betonmischer in manchen Köpfen, oder besser in den Herzen richtig anwirft erst richtig befeuert.

“Wenn man aus ganzem Herzen lebt und liebt, dann gibt es kein Problem.”, so sagt schon Buddha.

Oder doch nicht?
Doch.

Sie, die Probleme, haben sicherlich schon vorher angefangen, aber nach und nach ändern sie ihre Farbe, nehmen eine andere Gestalt an oder beginnen sich gar aufzulösen.
Dieses ist ein Geschenk von Erlösung – oder besser Befreiung aus der sogenannten ‘Täuschung’ und des Wirkens aus der Essenz des Buddhismus.

Die Wahrheit ist manches mal bitter, und doch sieht die Welt eben auch anders aus. Und manchmal erscheint sie auch einfach so.
Auf der Erde gab und gibt es immer Kulturen, in denen der Verzehr von Fleisch eine zentrale Rolle spielt(e), wie es auch Kulturen mit zentralen vegetarisch/veganen Essgewohnheiten gab und noch immer gibt. Der Kern einer indischen Hausmanns- oder eher Hausfrauskost ist fast zu 100% vegan. Aber nicht die ganze Welt ist Indien. So ist auf einem deutschen Teller fast immer Fleisch zu finden. In welchem Maße und für wie lange noch?

Aber das Zentrale ist: es gilt, das Leben zu schützen. Dabei geht nicht um das Fleischessen an sich, nicht um das Transportmittel (ob nun Auto, Bus oder Bahn), Elektrofahrrad oder das neueste vom neuesten aller Smartphones.
Haben Sie schon einmal in einem der unendlich vielen deutschen Masstställe Schweine beobachten können? Mit wie wenig Platz sie auskommen müssen? Eingepfercht in Boxen, die Schwänze gekappt. Ihrer Mutterschaft beraubt. Vom Geflügel ganz zu schweigen.

Mir geht es um den Dialog, und um das ‘Wie’. Denn es geht auch ganz anders.

Wie wollen wir aus dem Schulterschluss heraus den Wandel des Klimas – und damit auch den Dialog zwischen den Generationen, Politikern und Kulturen, Industrien und Landwirtschaft gestalten, dass es mehr und mehr in eine der Erde förderlichen Richtung geht?

Wir alle: Menschen, Tiere und Pflanzen und selbst die kleinsten Mikroben benötigen Wasser, Nahrung und Schutz und am allerwenigsten zuerst Sprit (Benzin).

Wo ich schon beim Wasser bin. Was glaubst du: schmelzen die Polkappen und die Gletscher auf der Erde deswegen, weil wir durch die gewollte Privatisierung der Wasserversorgung auf der ganzen Welt mehr Wasser benötigen, oder durch die Rodungen der Regenwälder und den Zerstörungen der letzten vollends unberührten Landschaften auf der Welt?

Auch wenn ich durch meine eigene Erfahrung sagen kann: es wirkt mehr zwischen Himmel und Erde als mir selbst manchmal lieb ist: am Ende sind WIR es, die wir auf unsere Weise dafür Verantwortung zu tragen haben, das wir unseren Kindern und auch, um es ganz deutlich zu machen: sieben Generationen nach ihnen eine lebensfreundliche und nicht lebensfeindliche Welt hinterlassen.

Nur zu oft sind wir uns doch selbst auf dem Leim gegangen: mit dem “Einfach mal ausprobieren”, und “Huch, das haben wir aber so nicht ganz ernst gemeint.” Nicht nur mit mehr als so einigen Erzeugnissen der Nahrungsmittelindustrie oder der Petrochemie. Sie wissen vielleicht was ich meine: das gute alte Plastik. Früher ein Segen, heute schon fast verteufelt. Aber zu allererst hilft es uns doch oder etwa nicht (Schau dich doch einmal in deiner Küche um. Oder arbeitest du in einer steril zu haltenden Umgebung)? Dadurch, das wir eine sehr, sehr anpassungsfähige Spezies zu sein scheinen, macht uns sicherlich das sogenannte Mikroplastik auch in 50 Jahren immer weniger etwas aus. Gesund – also überaus schädlich ist es aber trotzdem. Microplastik, flüssige Silikone in Cremes und PET-Flaschen. Es ist eine Liste des Grauens, um bei der Wahrheit zu bleiben. Hast du schon einmal von organischem Plastik – hergestellt aus Bananenschalen gehört? Die Türkin Elif Bilgin aus Istanbul hat diese Idee gehabt und man kann es mit etwas Geduld auch selber herstellen.

Für mich ist das der wichtigste Punkt: die “Anderen”, die Tiere und Pflanzen, zu Land und in der See – sie sind die Kinder auf unserem Planeten und sie verdienen mehr als in einer Müllhalde zu schwimmen oder zu wandern und sich mit einer Plastiktüte im Magen zufrieden zu geben. Ganz so, wie unsere eigenen Kinder. So wie Greta Thunberg es für uns alle tut; auch wir sind vor allem in diesem Punkt aufgefordert ein kompromisslosen Weg zu gehen: NO PLASTIC – bis es uns aus den Ohren wieder herauskommt. Ob es nicht geht? Für mich ist es neben der Lösung der Energie-Frage das zentrale Problem. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Lassen wir uns doch einfach mal inspirieren. Von fremden Kulturen und ihren zum Teil uralten Wissen, neusten Methoden der Landwirtschaft – und damit meine ich nicht die herkömmlich industriellen Denkweisen. Denn sie gibt es schon, diese intelligent fliegenden Roboterbienen. Hast du schon einmal von Permakultur gehört?

Es gibt unglaublich moderne, fast ungeahnten Technologien – oder glaubst du, dass der Strom aus dem Kohlekraftwerk, des Windrades oder der Solarzelle nur der einzige Weg sei?
Wenn wir diese modernen Wege in Einklang zu bringen lernen mit den für uns Menschen basalen Wertmaßstäben und der Kraft und der Liebe unserer Erde, dann sind wir ein großes Stück weiter.

Das Leben hält für uns schon immer all die Dinge parat, die wir als Menschen benötigen, um auf diesen Planeten für alle einen lebens- und liebenswerten Ort zu schaffen.

Packen wir es einfach an.
Herzlichst,
Holger (Padmasambhāva Khalsa Rinpoche Ezekiel)

PS: Manchmal ist ein Presslufthammer nötig um Beton in unseren Köpfen und Herzen aufzubrechen. Manche davon sind aber auch ganz leise.

 

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